Sonderheft 9
Es sind Bilder von Frauen, Nachbarinnen, Angehörigen
in jedem Winkel unseres Planeten.
Von solchen, die für uns keinen Namen haben.
Sie werden folkloristisch bezeichnet von jenen,
die sich als andersartig empfinden.
Jene tragen eine schwere Last,
eine Last jedoch, die für die Welt keine Gültigkeit hat,
für den, der achtlos vorübergeht:
Es sind die faltigen, schwieligen Hände
mit den aufgeriebenen Fingerkuppen wie Rosenknospen,
auf denen jedes Sandkorn in die Wunde dringt,
wie der Fluch gegen Eva und Adam.
Jede liebevolle und zärtliche Geste mit diesen Händen
zeugt von ihrem Tagewerk,
redlich, behutsame Kratzer auf der Haut ihrer Kinder.
Frauen, auf die die Zeit Zwang ausübt,
ohne ihnen jemals ihre frühere Schönheit zurückzugeben.
Wie eine kaum angeschlagene Fuge,
die Schönheit, die ihre Spur in jedem geborenen Kind hinterlässt,
in jedem Kraftaufwand.
Jedes Mal, wenn sie das Feuer im Herd entfacht,
entsteht eine neue Falte um ihre Augen.
Und in der Kälte des Morgens, vom Schweigen umgeben,
stimmt sie das Gebet an, melkt die Kühe, macht Feuer,
schneidet das warme Brot.
Mit der Zeit überworfen,
erwartet sie den Sonnenaufgang.
Rosa Elena Maldonado
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