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PRESSESTIMMEN

Fürther Frauenmuseum geht in fünfte Saison

Quilt

Bitte Bild anklicken um den gesamten Artikel zu lesen.

Artikel aus den Fürther Nachrichten vom 24.2.2010

Lesung zum Buch "Das Färöer Tuch

Nina Lingl


Im Nachklang zu der Ausstellung"Schicksalsfäden", in der ein Färöer Tuch gezeigt wurde, in das eine Schatzkarte eingestrickt wurde, las Nina Lingl, die "Strickerin" aus ihrem gleichnamigen Buch "Das Färöer Tuch" im Frauenbuchladen in Nürnberg. Unterhaltungsliteratur, die alle Register zieht.

Gleichzeitig erläuterte sie, wie sie dazu kam ihr erstes Buch zu schreiben und wie frau es im "Ein-Frau-Betrieb" schafft, Schreiben, Setzen, Drucken, Marketing und Verkauf - alles aus einer Hand - in diesem abgerundeten Unterhaltungskrimi zu bedienen.


Für Färöer-Tuch-Strickerinnen gab es auch noch die Hotline www.faeroertuch.de
Ein gelungener Abend, der auch die Ambiance im Frauenbuchladen an
neuem Standort in Gostenhof voll zur Geltung brachte.

29. Januar 2010
Text und Foto: Bertrun Jeitner-Hartmann

Frauenmuseen weltweit 

Frauenmuseen weltweit

Klicken Sie hier um den Flyer zu sehen (pdf 197 KB)

Vom 9. bis 12. September fand in Bonn der

Zweite Internationale Frauenmuseumskongress statt. Frauenmuseen aus 23 Ländern weltweit hatten sich eingefunden, um sich vorzustellen und mit ihren „Idolen – role models – Heldinnen“ eine Ausstellung zu bestücken und sich gegenseitig auszutauschen und sich zu einem Netzwerk zusammenzuschließen. 

Die Geschichte der Frauenmuseen weist über Grenzen hinweg viele Ähnlichkeiten auf, aber auch interessante Unterschiede. Die europäischen Frauenmuseen entstanden wie die australische Pioneer Womens’ Hall of Fame aus privater Initiative. Viel ehrenamtliches Engagement war nötig, um die Existenz zu sichern. In den skandinavischen Ländern funktioniert die staatliche Unterstützung am besten. Dagegen sind Frauenmuseen auf dem asiatischen Kontinent Staatsgründungen, in China wie auch im Sudan ging die Gründung von einer Universität aus.

Die Vielfalt der Frauenmuseen zeigt sich auch an einer breiten Themenpalette. Die meisten Einrichtungen beschäftigen sich mit der Geschichte, manche sind ethnologisch ausgerichtet, nur wenige haben einen Schwerpunkt auf der Archäologie. Einige Frauenmuseen sind reine Kunstmuseen, andere kombinieren zeitgenössische Kunst mit historischen oder gesellschaftlichen Themen, wie es im Bonner Frauenmuseum Tradition ist. Neben den bestehenden Museen gibt es eine Reihe von Initiativen für Neugründungen, und zwar auch in Ländern, die nicht unbedingt durch eine frauenfreundliche Politik glänzen, wie der Iran. 

Shirin Ebadi, Friedensnobelpreisträgerin 2003 und Patin des ersten internationalen Kongresses der Frauenmuseen, meinte in Meran 2008:

„Es sind die Frauen, die Weltgeschichte schreiben! Daher muss es in jedem Land ein Frauenmuseum geben!“ 

Aus der Resolution des ersten Internationalen Frauenkongresses in Meran:

„Frauenmuseen sind unterschiedlich: Sie spiegeln weibliche Rollenbilder und Situationen des Frauenalltags wider, in politischer, kultureller, künstlerischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht – vergangene und gegenwärtige. Sie erhalten und schaffen Frauenkultur/en, beseitigen Vorurteile und tragen zum Respekt gegenüber Frauen bei, auch im Sinne der Wahrung von Menschenrechten. Sie sind Spiegel der Gesellschaft und auch des gesellschaftlichen Wandels in der Welt.“ 

Das Museum Frauenkultur Regional International in Fürth Burgfarrnbach dient der Kultur vergleichenden Frauenalltagsforschung, und ich freue mich, dass inzwischen schon viele von euch die Gelegenheit wahrgenommen haben, uns einen Besuch abzustatten. Die letzte Ausstellung „Schicksalsfäden – Geschichten von Krieg, Hoffen und Überleben“  hat unsere irischen Quilterinnen dazu angeregt, eine Gemeinschaftsarbeit mit der Frauenbrücke Ost West vorzuschlagen, weil sie gesehen haben, wie ihre wie unsere Arbeit zum Abbau von Vorurteilen, zum Miteinander Reden und zum allgemeinen Weltfrieden (wie sie es ausdrückten) beitragen. 

(Beitrag von Bertrun jeitner-Hartmann für den Rundbrief 3/09 der Frauenbrücke Ost West)

Ins Leid verflochten: Das Museum Frauenkultur zeigt "Schicksalsfäden"

HFN, 11. Mai 2009

Klicken Sie hier um den Artikel zu lesen (pdf 213 KB)

Eine Besucherstimme zur Ausstellung:
"Dankeschön dafür, dass ich die beeindruckende Ausstellung sehen durfte. Um es mit meinen Worten zu sagen, ich spürte eine wunderbare Energie im Raum durch die beseelten Bilder und das gute Publikum. Ich bin mit vielen Denkanstössen nach Hause gefahren. Es ist wirklich wichtig, in die Nachbarstädte hineinzuschauen. Das Zentrum für die interkulturelle Frauenalltagsforschung und den internationalen Austausch ist enorm wichtig, gerade in unserer Welt. Auch ein wichtiger Beitrag für den Frieden."

Europafahne für das Museum Frauenkultur aus Burgfarrnbach

Europafahne für das Museum Frauenkultur aus Burgfarrnbach

Von links nach rechts:
Lissy Gröner, Bertrun Jeitner-Hartmann, Mechthild Engel, Sibylle Meyer, Elfi Albert

Anlässlich des Jahresempfanges der Fraktion der sozialdemokratischen Partei Europas
am 18. Januar 2009 wurden dem Museum Frauenkultur Regional International aus Fürth Burgfarrnbach eine Europafahne und eine Urkunde verliehen.

Von regionalem Bezug zu internationaler Ausrichtung ihrer Arbeit wird damit das Engagement von „Frauen in der Einen Welt – Verein für interkulturelle Frauenalltagsforschung e.V.“ als wichtige Initiative gewürdigt.

An alle, die sich von der Museumsarbeit selbst überzeugen möchten, ergeht die herzliche Einladung, vom 9.Mai bis 26.Juli 2009 die neueste Ausstellung zu besuchen:
„Schicksalsfäden – Geschichten auf Stoff von Gewalt, Hoffen und Überleben“

Die Vernissage findet am 9.Mai 2009 im Museum Frauenkultur Regional International
im Marstall des Schlosses von Burgfarrnbach statt
Mehr Informationen? Besuchen Sie uns

Frauenmuseum Fürth: Großes Vorbild Meran

Über 500 sahen Ausstellung über Literaturpreisträgerinnen der Welt

FÜRTH - Ein Kraftakt. 20 Literaturpreisträgerinnen aus drei Kontinenten haben die Museumsfrauen mit ihrer Ausstellung «Ins Licht gerückt» porträtiert. Die Autorinnen spiegeln die Situation der Frauen in ihren Herkunftsländern, klagen Frauen- und also Menschenrechte ein. Ergänzt wurde die Ausstellung durch eine abwechslungsreiche Reihe mit Fachvorträgen, drei Filmabenden und einer Lesung. Das hat in drei Monaten über 500 Menschen nach Burgfarrnbach gelockt. Über die schmalen Öffnungszeiten am Sonntagnachmittag hinaus ließen sich verschiedene Gruppen zu den eigenen Wunschbesuchszeiten führen.

Neue Arbeitskräfte dringend benötigt
Eine Aufgabe, die die ehrenamtlich arbeitenden Organisatorinnen an den Rand des Machbaren gebracht hat. Betrieb des Museums, Betreuung der Referentinnen, Beschaffung und Bedienung der Medien, gesteht Mechthild Engel, könnten sie allein nicht schaffen: «Wir brauchen eine feste Kraft - und sei es ein 400 Euro-Job.»

Ein Zukunftswunsch. Genährt durch das große Vorbild Meran: Das dortige Frauenmuseum residiert mitten in der Stadt, ist etabliert und wird jährlich mit 30.000 Euro gesponsort. So dass die Südtirolerinnen jüngst einen internationalen Frauenkongress unter Leitung der iranischen Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi durchführen konnten. Die Museumsfrauen waren dort. «Die Begeisterung trägt uns heute noch», sagen sie. Nun sollen die Museumsleiterin und die Kuratorin, Sigrid Prader und Astrid Schönweger, bei ihrem Besuch in Burgfarrnbach organisatorisches Wissen teilen und Tipps für die Arbeit vor Ort geben.

Lehrer gezielt pflegen
Wie gewinnt man Praktikantinnen? Zumal ihnen das Museum andere Möglichkeiten geben könnte, als zu putzen oder zu fotokopieren. Wie kann man Lehrer begeistern und zu einem Besuch mit der Schulklasse animieren? «Man muss sie pflegen», sagen die Expertinnen aus Meran. Persönlich anschreiben, einladen - und auf Mundpropaganda hoffen.

Die läuft langsam an. So gesteht Petra Guttenberger vollmundig: «Sie haben mich als Verbündete gewonnen.» Die CSU-Landtagsabgeordnete verspricht, in München Geld für das Museum Frauenkultur locker zu machen. «Der Bezirk zahlt schon», ruft Gabi Köpplinger, Bezirkstagsabgeordnete der SPD hinein. 1000 Euro steuert er bei.

Jeder Euro notwendig
Tja, die Finanzierung. Zum Ausklang der Ausstellung werden Bücher verkauft und um Spenden gebeten. Jeder Euro hilft. Zwar stellt die Stadt Fürth die Räume im Marstall zur Verfügung und heizt sie auch, zusätzlich gab es 6000 Euro Starthilfe. Aber dann?

Die Damen vom Trägerverein «Frauen in der Einen Welt - Zentrum für interkulturelle Frauenalltagsforschung und internationalen Austausch» konzipieren bereits die nächste Ausstellung. Am 9. Mai 2009 werden die «Schicksalsfäden - Geschichten in Stoff von Gewalt, Hoffen und Überleben» gesponnen. Dazu haben Frauen aus Schwellenländern, aus Nordirland und Chile die politischen Verhältnisse in ihrer Heimat aufgegriffen und mit Nadel und Faden zu Stoffbildern - sogenannten Quilts - verarbeitet. Einheimische Künstlerinnen sollen sich ebenfalls beteiligen.

Infos und Anmeldung bei Bertrun Jeitner-Harmann unter der Rufnummer 3788873, E-Mail: muse-f@web.de.

Gabi Pfeiffer 28.7.2008 13:49 MEZ

Geschichte als Publikumsrenner

Fürther Nachrichten, 15.09.2008

Schloss Burgfarrnbach und Roßtal lockten am Tag des Denkmals viele Besucher an

Der Tag des offenen Denkmals stand gestern unter dem Motto: «Vergangenheit aufgedeckt - Archäologie und Bauforschung». In Fürth und in Roßtal gab es dabei viel zu erleben.

FÜRTH/ROSSTAL

[...]

Im Marstall auf der rechten Seite befindet sich das Museum Frauenkultur, das eine Ausstellung über Schriftstellerinnen aus der Dritten Welt zeigt und ihre Techniken des Überlebens vorstellt. Wer hier jüngere Frauen oder Feministinnen vermutet, irrt sich. Es sind viele gestandene, ältere Damen gekommen, die besonders den Ansatz loben, den weiblichen Alltag sichtbar zu machen.

Die Blaublüter regieren dagegen im Festsaal. Hier referiert Adels-Experte Steffen Hinderer über die gräfliche Familie Pückler-Limpurg. Von Erbtöchtern, Sitzen im Reichstag, Ehen zwischen Cousin und Cousine sowie tragischen Lieben zu Bürgerlichen ist die Rede. Die Genealogie ist verästelt und kompliziert, Namensgleichheiten verwirren. Doch Hinderer behält den Überblick und sorgt mit eingeblendeten Bildern der Personen für Klarheit.

In den Räumen dahinter kann man «einmal residieren wie die Grafen», und zwar in Form einer Fotoaktion mit historischen Kostümen. Nathalie Rupp (14) lässt sich in einem langen weißen Romantik-Kleid ablichten und fühlt sich eher wie eine Braut, weniger wie eine Gräfin. Inge Kube hat aus Spaß ein feines bürgerliches Gewand um 1900 ausgewählt und wird in alte Zeiten zurückversetzt.

Auch die Kinder kommen mit einem eigenen Programm voll auf ihre Kosten. Sie können Ritter, Prinzessinnen und Kronen basteln, beim Vorlese-Marathon Schloss- und Gespenstergeschichten lauschen und vieles mehr. Das «Museum im Koffer» hat sogar «Gutenbergs Druckwerkstatt» im Gepäck. Lena (8) wird zum Lehrling. «Ich habe schon ein eigenes Plakat gedruckt», verkündet sie stolz und wagt sich gleich an ein T-Shirt.

Überhaupt funktioniert vieles nur dank der tatkräftigen Hilfe von Ehrenamtlichen, die ihre Kenntnisse zur Verfügung stellen. Allen voran Senioren aus dem benachbarten Wohnheim, die Kurse in altdeutscher Schrift durchführen, oder die Kalligrafie-Werkstatt für Kreative.

Im Landkreis hatte Kreisheimatpfleger Georg Lang Roßtal zum Schauplatz des Denkmaltages gewählt. Hier führte der Roßtaler Heimatforscher Thomas Liebert das Publikum auf dem archäologischen Rundweg. Roßtal hatte 954 eine der größten Burgenanlagen des Reiches.

Der Klostergarten wurde nach Originalvorlagen rekonstruiert. Im Museumshof sind Ausgrabungsfunde der archäologischen Sammlung zu sehen. Gezeigt wird auch das Skelett eines Säuglings und einer geköpften Frau. Im Roßtaler Museum (geöffnet jeden 1. Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr) verdeutlicht derzeit eine Ausstellung die Geschichte der Strümpfe. Präsentiert werden viele Leihgaben aus Thalheim im Erzgebirge, der Partnerstadt von Roßtal. Dort begann die Strumpfwirkerei bereits 1730.

Claudia Schuller und Hans Esterl, 15.9.2008

Als Emigrantin überall daheim

Fürther Nachrichten, 17.10.2007

LiBeraturpreisträgerin Michelle de Kretser war im Fürther Frauenmuseum zu Gast

Das Frauenmuseum bringt neues Leben in den alten Marstall des Burgfarrnbacher Schlosses. Jetzt war die Trägerin des diesjährigen «LiBeraturpreises», Michelle de Kretser, zu Gast und las aus ihrem Roman «Der Fall Hamilton».

Die Geschichte spielt im postkolonialen Sri Lanka, in dem die als junge Frau nach Australien emigrierte Autorin aufgewachsen ist. Eingebettet in eine Kriminalgeschichte mit vielen skurrilen Charakteren, werden das Ende der britischen Kolonialherrschaft und die Vertiefung der nationalen Gegensätze auf Sri Lanka beschrieben, an denen das von einem Bürgerkrieg zerrissene Land bis heute leidet. Vor allem geht es in der Geschichte um die Auswirkungen auf die einzelnen Menschen.

Das Buch ist so etwas wie ein verspätetes Goodbye an ihre alte Heimat, bekennt die 1958 in Colombo geborene Autorin, die Sri Lanka wegen der ethnischen Spannungen verlassen hatte leichten Herzens, wie sie zugibt. Viele andere Familien hätten damals, in den 70er Jahren, Sri Lanka den Rücken gekehrt ihre neue Schule war voller Immigrantenkinder: «Es war deshalb nichts Besonderes für mich.»

Dennoch: Obwohl ihre Freunde in Australien leben richtig heimisch fühlt sich die Autorin weder dort noch in der alten Heimat. «Ich bin weder eine australische noch sri-lankische Schriftstellerin. Und dann beides zugleich als Emigrant ist man überall daheim, das ist der Vorteil.»

Schriftstellerin will sie übrigens nur aus Versehen geworden sein: «Eigentlich wollte ich nur ein Jahr berufliche Auszeit nehmen, um mich dem Garten und der Küche zu widmen», erzählt de Kretser. Um nicht aus der Übung zu kommen sie arbeitete für einen Verlag , begann sie, täglich ein paar Zeilen auf dem Computer zu tippen, bis sie plötzlich merkte: «Du schreibst ja an einem Buch!»

Für dieses erhielt sie in diesem Jahr den Frankfurter «LiBeratur»-Preis, der seit zwanzig Jahren an Autorinnen aus der so genannten Dritten Welt vergeben wird. Da im Frauenmuseum gerade die Ausstellung «Ins Licht gerückt» läuft, in der die 19 bisherigen Preisträgerinnen vorgestellt werden, lag es nahe, de Kretser ins Burgfarrnbacher Schloss einzuladen.

Die Autorin hatte sichtlich Spaß an den Fragen des interessierten Publikums und genoss es auch, ihre Bücher auf Deutsch vorgelesen zu bekommen: «Hört sich fast noch besser an als auf Englisch.»

Johannes Goecke, 17.10.2007

 
 

 

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