Doppelbild mit linke Seite Wasser und rechte Seite Fahrradweg mit person auf Fahrrad, umgeben von Bäumen.
Bild © Oskar Braune
Text © Theresa Hoffmann-Kuhnt

Corona Gedicht

Das Gefühl, einfach im Kreis zu laufen, wieder mal was
Neues zu brauchen.
Lust, gerne mal schnell abzutaucben,
der Stille hinterher zu lauschen.
Das Gefühl, die Struktur zu verlieren,
mit Freunden nur telefonieren,
oft auch zum Nichtstun zu tendieren,
suchend nach was zum Disponieren.
Das Gefühl, man ist zu nichts entschlossen,
auf Besserung kann man nur hoffen.
Häufig fühlt man sich leicht verdrossen,
ein jeder fühlt sich eingeschlossen.
Das Gefühl, man lebt in schweren Zeiten,
versuchend es nicht zu verbreiten.
Man achtet auch auf Kleinigkeiten,
Kontakte möglichst zu vermeiden.
Das Gefühl, nie wieder zu verreisen,
jeder versucht sich durchzubeißen.
Man denkt, man muss alles hinschmeißen,
denn man sieht nur noch Fragezeichen.
Das Gefühl, als wärest du im Koma, 
die Sehnsucht nach Opa und Oma.
Man wär` jetzt gern in Barcelona,
doch das geht nicht dank Corona.